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Es begann 3000 v.Chr. während der Seßhaftmachung. Beim Bau primitiver Dörfer und der Aufteilung der Felder waren Geometer nötig. Man hat nachgewiesen, dass Ägypter, Assyrer und Babylonier Vermessungsleute gekannt hatten.

Ca 1700 v.Chr. gab es eine Nilüberschwemmung. Danach wurden in Ägypten erste Grundstücksvermessungen durchgeführt. [ erstes Lehrbuch "Papyrus Rind" ( Kreise / Dreiecke / Trapez )]

Um 500 v.Chr. behauptete Pythagoras : " Die Erde ist eine Kugel ! "

350 v.Chr. bewies Aristoteles die Behauptung von Pythagoras. Nur eine Kugel wirft bei Mondfinsternis einen runden Schatten auf den Mond. Bei der Reise in nördlicher oder südlicher Richtung kann das Auftauchen neuer Gestirne nur durch die Kugelform der Erde erklärt werden.

284 - 221 v.Chr. : Heron ist durch die Heronische Formel und sein Buch über das Diopter bekannt geworden. Dieses Buch über die praktische Geometrie galt beinahe 2000 Jahre als bestes Lehrbuch.

270 v.Chr. ermittelt Erastotenes den Erdumfang. Am 21.Juni, wenn die Sonne im Zenit steht, hatte ein Brunnen in Assuan keinen Schatten. Gleichzeitig warf eine Säule in Alexandria einen Schatten unter 7grad12min. Dieser Winkel entspricht dem Zentrumswinkel der Kugel. Da die Strecke Assuan - Alexandria bekannt war, konnte er so mit Hilfe beider Werte die Länge des Erdquadranten ermitteln. Erst 200 Jahre später fand eine Neubestimmung des Erdradius statt. Das Ergebnis wich nur um 0,47 % ab.

130 geriet die Geographie und die Geodäsie allmählich in Vergessenheit, da der Einfluß der christlichen Kirche mit ihren starren Dogmen die Weiterentwicklung hemmte.

827 gab es eine Erdvermessung durch die Araber. Begriffe wie Azimut (Richtung) , Zenit (Kopfpunkt) , Nadir (Fußpunkt) und Alhidade (Zeigerkreis am Theodoliten) entstanden.

1615 wurde die Erde erneut vermessen. Snellius erstellte die Grundlagen der Triangulation ( 3 Winkel und eine Basislänge ) und der Trilaterration ( Streckenmessung aller Seiten und Winkel zur Kontrolle ).

1794 ersann man in Frankreich die 400gon Teilung.

1801 begann man in Bayern mit der Trigonometrischen Punktbestimmung. Sie wurde 1821 durch den Geodäter Soldner beendet.

1808 begann die Katasterverwaltung Messungen für Karten durchzuführen. Sie endeten 1840. Gleichzeitig entstand in Paris der Urmeter ( 40millionstel Teil des Erdumfangs ).

1861 übernahm Preußen die Katastervermessung. Man baute dabei auf die Erfahrung der süddeutschen Staaten.

1872 übernahm Deutschland das Meter von den Franzosen.

1821 - 1825 führte Professor Carl-Friederich Gauß eine vorbildliche Triangulation in Hannover durch. Er ist Außerdem der Begründer der Ausgleichsrechnung nach der Methode der kleinsten Quadrate. Professor Jäderin verschaffte dem Stahlmeßband als Basismeßgerät allgemeine Anerkennung.

1914 hatte die Photogrammetrie ihren großen Aufschwung. Carl Zeiss ist es gelungen, Entzerrungs- und Auswertegeräte zu bauen, die für die DGK5 hinreichend genau sind.

Heute gibt es mittlerweile stationäre geodätische Satelliten für die Standortbestimmung.

Historische Grundlageninformationen

Die Vermessung ist an sich keine junge Wissenschaft. Es ist bekannt, daß schon im 13. Jahrhundert v. Chr. die Ägypter die durch die Nilüberschwemmungen zerstörten Grundstücksgrenzen neu absteckten. Die ältesten Karten wurden wahrscheinlich vor etwa 4000 Jahren in Babylonien auf Tontafeln gezeichnet. Der Mensch hat sich auch seit jeher mit den Gestirnen und insbesondere mit der Gestalt unsere Erde beschäftigt. Zuerst nahm er an, daß die Erde eine vom Ozean umflossene Scheibe sei. Pythagoras (um 500 v. Chr.) erklärte zwar, die Erde sei eine Kugel, doch konnte er seine Lehre nicht beweisen. Erst Aristoteles (um 350 v. Chr.) zeigte an folgenden drei praktischen Beweisen, daß die Erde eine Kugel sein müsse:

1. Nur eine Kugel kann bei Mondfinsternis stets einen runden Schatten auf den Mond werfen.

2. Bei einer Reise in nord-südlicher Richtung kann das Auftauchen neuer Gestirne nur durch die Kugelform der Erde erklärt werden.

3. Alle fallenden Gegenstände streben einen gemeinsamen Mittelpunkt, nämlich dem Erdmittelpunkt zu

Nachdem so die Form der Erde bekannt war, forschte man nach der Größe der Erdkugel. Um 250 v. Chr. machte Eratosthenes folgenden Versuch zur Bestimmung des Erdumfangs: Er stellte in Assuan am Nil fest, daß zur Zeit der Sommersonnenwende dann, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hatte, die Sonnenstrahlen so in einen lotrechten Brunnenschacht fielen, daß kein Schatten entstand. Die Linie Sonne - Assuan - Erdmittelpunkt bildete also eine Gerade. Zur gleichen Zeit bildeten jedoch die Sonnenstrahlen in Alexandrien am Mittelmeer mit der Lotrichtung einen Winkel von 7° 12`. Dieser Winkel ist der 50. Teil des Vollwinkels. Ihm entspricht der 50. Teil des Erdumfanges. Aus vorhanden Unterlagen ermittelte Eratosthenes die Entfernung Assuan - Alexandrien und multiplizierte sie mit 50. So erhielt er den Erdumfang. Der Fehler dieser Schätzung betrug gegenüber heutigen Ergebnissen nur 16%.

Von den Römern wissen wir, daß sie beireits ein kataster zur Besteuerung ihres Grundbesitzes besaßen. Das Wort Kataster ist auf dei lateinischen Worte "capitum registra" zurück zuführen. Der Volksmund prägte später hieraus die Worte "capitastrum" und schließlich "Kataster". In den ersten Jahrhunderten n. Chr. war dann auf dem Gebiet der Erdmessung und der Kartenanfertigung kein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Bekannt ist noch eine Erdmessung der Araber aus dem 9. Jahrhundert.

Obwohl die Erde nun längst als Kugel bekannt war, wurde sie dennochhäufig von den kartenzeichnenden Möchnen in Anlehnung an die Heilige Schrift als eine vom Ozean umflossene Scheibe, in deren Mittelpunkt Jerusalem lag, dargestellt.

Eine neue Epoche begann erst wieder mit dem 15. Jahrhundert, als man sich erneut für Astronomie und Geographie interessierte und die Aufzeichnungen des Altertums neue entdeckte.

Mit der Erfindung des Fernrohrs im Jahre 1608 in Holland war nunmehr die Möglichkeit gegeben, exakter zu beobachten und ganze Länder im Zusammenhang zu vermessen. Dadurch vervollkommnete sich auch die Kartendarstellung, der nunmehr die Gradteilung mit den Meridianen und Breitenkreisen zu Grunde lag.

Die Messungen zur Bestimmung des Erdumfangs häuften sich. Man stellte jetzt fest, daß die Erde keine genaue Kugelform hat, sondern an den Polen abgeplattet ist.

Neben diesen wissenschaftlichen Fortschritten ist auch für andere vermessungstechnische Arbeiten vom 19. Jahrhundert an ein großer Aufschwung zu verzeichnen. Es entwickelten sich die drei Teilgebiete, die heute noch allgemein unterschieden werden, wenngleich die Grenzen fließend sind:

1. Die Erdmessung ist eine vorwiegend wissenschaftliche Aufgabe, die sich mit der genauen Bestimmung der Gestalt der Erde befaßt.

2. Die Landesvermessung beschäftigt sich damit, die Erdoberfläche eines ganzen Landes vermessungstechnisch zu erfassen und kartographisch dazustellen (Landesaufnahme).

3. Die Feldmessung (oder auch Grunstückmessung) befaßt sich mit der Vermessung, Berechnung und großmaßstäbige Darstellung kleiner, jeweils noch als eben anzusehenden Gebiete. Hier hat der Vermessungstechniker sein hauptsächliches Tätigkeitsfeld.

Da bei der Erd- und Landesvermessung die Erdkrümmung mit berücksichtigt werden muß, hat es sich eingebürgert, diese Teilgebiete als "höhere Geodäsie" zu bezeichnen, während bei der Feldmessung von "praktischer" oder "niederer Geodäsie" gesprochen wird.

Die unterschiedlichen Ziele von Landesvermessung und Grundstücksmessung hatten zur Folge, daß beide sich zunächst unabhängig voneinander entwickelten.

Auslösender Impuls für die Grundstücksmessung war dei unter französischem Einfluß aufgekommene Idee einer allgemeinen Parzellenvermessung zur Besteuerung des Grundbesitzes. Die Grundstücksmessungen wurden zumeist auf extra hierfür geschaffene Netze (Katastertrinagulationen) bezogen.

Diese mit den Aufnahmenetzen der Landesvermessung in Verbindung zu bringen, bestand ursprünglich kein Anlaß. Mit zunehmender Fertigstellung der Katastervermessungen setzte sich jedoch die Idee eines gemeinsamen Aufnahmenetzes durch. Etwa 1820 begann man, die Netze der Grundstücksaufnahme in die Netze der Landesaufnahme einzugliedern. Dies geschah z. T. unvollkommen. Da die Netze der Landesaufnahme zudem immer wieder überarbeitet und Ende des 19. Jahrhunderts sogar durch eine komplette Neutriangulation (Preußische Landestriangulation) ersetzt wurden, wobei die Katastertrinangulationen noch oder nur ungenügend angeschlossen wurden, ist auch heute noch in weiten Landesteilen die Katasteraufnahme nicht ausreichend in die Netze der Landesaufhnahme eingegliedert.

Sprachlich kommt das Bemühen um ein einheitliches Aufnahmesystem darin zum Ausdruck, daß heute in Nordrhein-Westfalen die vermessungstechnischen Arbeiten zur Einrichtung und Fortführung des Liegenschaftskatasters auch zur Landesvermessung zählen.

Doch zurück zu unserem kurzen Ausflug in die Geschichte des Vermessungswesens: Durch die in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts einsetzende wirtschaftlich Entwicklung ergab sic hdie Notwendigkeit, Großbauten und Siedlungen zu schaffen. Vermessungen gingen den Hoch- und Tiefbauten voraus.

Das 20. Jahrhundert brachte wichtige Verbesserungen im Bau und in der Funktionsweise der Meßinstrumente sowei die Ablösung der Logarithmentafel zunächst durch die mechanische Rechenmaschine und schließlich durch die elektronische Datenverarbeitung.

Die Luftbildmessung bedeutete für die Herstellung von Karten und Plänen eine umwälzende Neuerung.

So hat das Vermessungswesen allmählich im Wirtschaftsleben eine nicht zu unterschätzende Bedeutung gewonnen. Zwar tritt die Arbeit des Vermessers nicht immer in Augenschein, aber sie liefert doch eine unentbehrliche Grundlage für viele Folgearbeiten.

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