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SpiegelKritik

Notizen zum deutschen Journalismus
letzte Aktualisierung: Sep 20 2018 16:56
  • Ein Brief vom Onkel aus Amerika
    Ungebetene Ratschläge werden meist als unhöflich empfunden und reflexartig zurückgewiesen – was nur selten schade ist. Denn jeder gute Ratschlag verlangt zu verstehen, was der Beratene eigentlich will, auch und gerade, wenn man ihn auf ein anderes Pferd setzen möchte. Dies ist einer der Gründe, weshalb Wissenschaftler es gerne bei der Forschung belassen, allenfalls Hinweise...
  • Rentner ausgebüxt – Medien amüsieren sich
    Gegen 03.00 Uhr kümmerte sich eine Streife um zwei betagtere Herren, die an dem Metal-Festival offenbar Gefallen gefunden und sich aus einem Dithmarscher Altenheim auf den Weg gen Wacken gemacht hatten. Natürlich vermisste man sie in ihrem Zuhause und organisierte rasch einen Rücktransport, nachdem die Polizei die Senioren aufgegriffen hatte. Die Männer machten sich allerdings...
  • Medienereignis Özil – Le fait est moi
    Das Sommerloch wird mal wieder mit Fußball gefüllt. Allerdings nicht dem Spiel an sich, sondern dem Drumrum, Stichwort: Mesut Özils Rückzug aus der Fußballnationalmannschaft, begründet u.a. mit Rassismuserfahrungen. Zu einem solchen Thema kann jeder etwas sagen, ohne große Mühe. Der Journalismus sollte, wenn er sich dessen annimmt und nicht davon ausgeht, dass auch ohne ihn...
  • Ihre Einschätzung: Ist das parteiisch?
    Ihre Mithilfe ist erbeten: enthält eine Schlagzeile wie die folgende für Sie schon eine Aussage über den Unfallverursacher? Es gibt bei dieser (üblichen) Form der Unfallschilderung jedenfalls einen aktiven und einen passiven Part: der Bus fährt in den Rettungswagen, nicht umgekehrt. Schwingt für Sie dabei auch die Aussage mit: Bus verursacht schweren Unfall (weil er...
  • Checkpoint ohne gültige Journalismuspapiere
    Kolumnen spitzen zu, sie kommentieren, ironisieren, phantasieren gerne mit den aus der Satire bekannten Stilmitteln*. Kolumnen wollen unterhalten, zumal wenn sie wie der “Checkpoint” des Berliner Tagesspiegels in aller Herrgotts Frühe auf der Matte stehen und ins Oberstübchen gebeten werden wollen. Ein denkbar ungeeignetes, weil unjournalistisches Stilmittel ist hingegen die Weglassung relevanter Informationen, zumal wenn...
  • Ich sag dir, was du gesagt hast (Korinthe 86)
    Ein Hauptproblem im Journalismus ist sicherlich die fahrlässige bis mutwillige Begriffsstutzigkeit von Journalisten. Sie hören, lesen und sehen was sie hören, lesen, sehen wollen, weil es in ihr Weltbild passt oder ihren wirtschaftlichen Interessen entgegenkommt. Das führt u.a. dazu, dass Kritik an Journalismus und Journalisten fast immer falsch verstanden wird, vor lauter Abwehrreflex und eigener...
  • Ein presseähnlicher ARD-Rundfunk ist schlicht überflüssig
    In der ewigen Diskussion um die Netzaktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender kaprizieren sich gerade einige Medienkritiker auf den Begriff der “Presseähnlichkeit”, die der von der Allgemeinheit finanzierte Rundfunk nicht haben solle. Und sie analysieren, die Presse werde doch immer rundfunkähnlicher: warum sollten ARD, ZDF und Deutschlandradio keine Texte fürs Internet schreiben dürfen, wo doch Zeitungshäuser immer...
  • Statistik für Angstfreie (Korinthe 85)
    Es ist durchaus gesund, standardisiert zu zweifeln, wenn man gerade wieder der Auffassung  ist, man selbst (und der eigene Dunstkreis) sei dermaßen viel gescheiter als der Rest der Welt. Es kann zwar stimmen – aber gerne wird’s einfach stimmend gemacht. Wolfgang Wetzel, “Vertreter für Bündnis´90/DIE GRÜNEN im Bündnis für Demokratie und Toleranz in der Region...
  • Wir Billigheimer
    Kommentar zur Hitzacker-Berichterstattung Journalisten überschätzen sich gerne. Demokratie sei ohne sie nicht möglich und so Trallala. Entsprechend wichtig nehmen sie sich in der Öffentlichkeit, machen aus jedem Rempler einen Angriff auf den freiheitlichen Rechtsstaat – alles bekannt und nicht originell, denn um mal wieder Kurt Tucholsky zu zitieren: Der Standesdünkel liegt in derselben Schublade wie...
  • Unfassbare Aktionslosigkeit
    Eine Polizeimeldung wird zum bundesweiten Aufregerthema. Der journalistische Beitrag der Medien dabei: nahe null. Presse und Rundfunk verbreiten einseitig eine Behördensicht, ohne jede Recherche. Ob die Geschichte überhaupt die Relevanz für eine solche Verbreitung hatte, wurde nicht geprüft - das Stichwort von einer "neuen Qualität der Gewalt gegenüber der Polizei" passte zu perfekt zum schönen Grillwetter an Pfingsten.
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