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SpiegelKritik

Notizen zum deutschen Journalismus
letzte Aktualisierung: Apr 26 2018 22:54
  • Medienkritik, wo ist der Journalismus?
    Die mediale Vermittlung der sogenannte #metoo-Debatte* macht ein großes Problem des Journalismus sichtbar: er bemüht sich wenig um Aufklärung (Information) und versucht stattdessen, seine Kunden über applausfähige Meinungen zu binden. Das wäre ein recht normaler, weil bequemer Vorgang („Billigproduktion“), wenn wenigstens das kleine Ressort der Medienkritik („Journalismusjournalismus“) noch nach den Regeln der Kunst arbeiten würde....
  • Gonzo macht Presse gaga
    Gagajournalismus ist eine zwangsläufige Evolutionsstufe des kapitalistischen Nachrichtengeschäfts: geringste Produktionskosten und ein selbst generierter Absatz des Plunders, das freut das Haus. Warum sich die Medienkritik gleichwohl immer  mal wieder mit diesen Produkten beschäftigen sollte: weil dieser Produktionsstil vermutlich gelegentlich auch für die angeblich höherwertigen Beiträge eingesetzt wird. Heutiges Fallbeispiel: die Skandalisierung eines popeligen Blogbeitrags, den...
  • SPIEGEL vertuscht Mord an Steingart als Sturz
    Pressemitteilungen abzutippen ist kein Journalismus. Pressemitteilungen bei einer Tasse Kaffee weiterzuspinnen auch nicht. Geeignete Pressemitteilungen aus dem großen Angebot der PR auszuwählen, das könnte schon etwas mit Journalismus zu tun haben: wenn das Wichtige aus der Masse des Unwichtigen gefischt wird, wenn Fakten gegenüber Spekulationen und Forderungen bevorzugt werden, wenn durch Publikation eines Fertigtextes die...
  • Schnibbens Banalisierungsfabrik
    Ob Cordt Schnibben wirklich geeignet ist, die besten journalistischen Produkte in Gestalt von Reportagen auszuzeichnen? Auch wenn Können und Können-entdecken nicht zusammenfallen müssen – angesichts solcher Kommentare bin ich unsicher: Headline-Vorschlag für morgen: „Frauen dürfen über deutsche Regierung abstimmen“. Und übermorgen: „Schwule dürfen über deutsche Regierung abstimmen“ @BILD pic.twitter.com/EUlBi7qOQk — Cordt Schnibben (@schnibben) 7. Februar...
  • Böse BILD bleibt böse BILD
    Die „Lügenpresse“ ist ja angeblich der Journalismus, der ideologisch orientiert Fakten auswählt, die berichtet werden, und ebenso ideologisch eben verschweigt, was „ihm“ nicht in den Kram passt. Soweit, so bekannt – und tausendfach verlacht. Doch wie sieht es aus, wenn nicht die Lügenpresse-Zensoren am Werk sind, sondern die ganze freie, offene, diskussionsfreudige Internet-Community? Lässt sich...
  • Zum Tod von Thomas Leif
    Mit über zwei Wochen Verspätung wurde heute vermeldet (dann aber sehr schnell auf allen Kanälen), dass bereits am 30. Dezember 2017 Thomas Leif gestorben ist, Chefreporter des Südwestrundfunks (SWR) und prägender Vorsitzender des Journalisten-Clubs „Netzwerk Recherche“. Bekannt gemacht hatte den Tod ausgerechnet* das NDR-Medienmagazin „ZAPP“, die journalistische Würdigung in der folgenden Sendung am 17. Januar...
  • ARD entdeckt ihre Blase (Lesebeute)
    Ich glaube, dass wir Journalisten zu sehr bestimmte Milieus abdecken und verkörpern. Natürlich stammt die Mehrheit der Berichterstatter eher aus urbanen Milieus, ist akademisch geprägt. Die Probleme vieler Menschen finden in den unmittelbaren Tageserlebnissen von Journalisten nicht in dem Maße statt, wie es für die Bevölkerung repräsentativ wäre. Also dieses genauere Hinschauen – wie geht...
  • Posthume Patientenaufklärung
    Nett, dass SpOn die blinde Zustimmung zum praktizierten Datenhandling erwartet, bevor man die Aufklärung dazu lesen darf.
  • FAZ: Wirtschaftsthema fett versemmelt
    Fettsäcke sind ein beliebter Tittenersatz in den Medien. Während Journalisten damit nur ihre Brötchen verdienen wollen, verfolgen die wahren Agenda-Setter natürlich ein anderes Ziel: die Unterdrückung ihrer aus den Fugen geratenen Leibeigenen. So jedenfalls die erste Arbeitshypothes des ältesten Fachblogs für Medienkritik. Gratis enthalten: Top-Tipp, wie Sie täglich 38.000 Kalorien für den Preis eines angefressenen Double-Whopper ergattern können.
  • Nichtwählerbashing als Ergebnis von Rechercheverweigerung
    Bestes Nichtwählerbashing: Frankfurter Neue presse erklärt einen ganzen Stadtteil für faul und alle für dumm, die nicht so wählen, wie die Redaktion es für richtig hält.
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